Eine Nase für Ärger: Polizeihunde im Training | Katzengesundheit 2020

Anonim

Das wertvollste Werkzeug eines Polizeihundes ist nicht sein Biss. Es ist seine Nase. Studien belegen, dass der Geruchssinn eines Schäfers 1000-mal stärker ist als der Ihres und meines. Und diese Nasen sind eine der schlagkräftigsten Waffen, die die Polizei im Krieg gegen Drogen - und Terrorismus - hat.

In der Polizeiabteilung von Philadelphia wird intensiv trainiert, wie man einen Schnüfflerhund herstellt. Zum Beispiel benötigt ein Hund 14 Wochen Patrouillentraining, um die Grundlagen wie das Aufspüren und Festnehmen von Verdächtigen zu erlernen. Weitere zweieinhalb Monate gegenseitiges Training in Bezug auf Sprengstoff- oder Betäubungsmittelerkennung machen die Nase eines Deutschen Schäfers zu einem virtuellen Radardetektor für alles, was den Verstand verändert oder auf der Straße brennbar ist. Der Labrador Retriever der Abteilung ist ebenfalls ausschließlich in der Duftarbeit geschult.

Der Bombenschnüffler

Auf dem Parkplatz hinter dem Hauptquartier der Hunde-Abteilung arbeitet Trainer Steve Withers mit Buddy, einem weidenhaften Hirten, dessen luftiger Gang das Baby nicht wecken würde. "Finde die Bombe", sagt Withers und fährt mit der Hand über die Hinterreifen eines blauen Toyota.

Buddy schnüffelt hartnäckig, seine Nase fährt über die Hand seines Meisters. Als er vorne am Auto ankommt, geht er sofort auf die Hocke. Kein wildes Heulen oder Springen. Er sitzt einfach. Withers lobt ihn und wirft ihm seinen verschmutzten "Endartikel" zu, ein schmutziges weißes Handtuch, das aufgedreht und mit Klebeband gebunden ist. Für einen Polizeihund ist der Endartikel - der als Belohnung verwendet wird, wenn er das Richtige tut - genauso willkommen wie eine Lieblingsdecke für ein Kind.

Withers greift ins Auto und holt eine Rohrbombe heraus. Er erklärt, dass Sprengstoffhunde fügsam sein müssen und dass sie darauf trainiert sind, einen "passiven Hinweis" zu geben - wie Buddy es tut -, wenn sie eine Bombe riechen. Ein aufregender Hund kann nicht herumspringen, wenn er den Sprengstoff gefunden hat.

Die Einheit trainiert ihre Bombenhunde mit 21 verschiedenen Sprengstoffarten. Die übliche Zutat, mit der sich die Hunde beschäftigen, sind Nitrate, die auch in vielen Haushaltsgegenständen wie Schuhcreme, Düngemitteln und Videokassetten enthalten sind. Laut Withers wird den Polizeibeamten beigebracht, schwache von starken Hinweisen zu unterscheiden, die die meisten Hunde nur dann erkennen, wenn Sprengstoff vorhanden ist.

Trotzdem kommt man nicht um die gelegentliche Verwirrung herum. Als die Abteilung zum Beispiel 1984 in der Independence Hall einen Bombenabwurf zur Vorbereitung auf einen Besuch des Präsidenten durchführte, wiesen die Hunde wiederholt auf eine Bombe im Vorratsraum einer Secret Service Lounge hin. Die verwirrten Polizisten, die keine Bomben fanden, stellten schließlich fest, dass es die mit Nitrat beladenen Coca-Cola-Flaschen unter der Spüle waren, die die Reaktionen der Hunde ausgelöst hatten.

Diese Hunde haben sich nicht geirrt: Wenn sie ihre Nasen benutzen, sind sie es selten. Nach einer Terrorangst vor einigen Jahren versuchte eine Firma, der Stadt Philadelphia eine neue Art von Bomben-Detektor zu verkaufen. Als Offiziere die Maschine gegen einen Hund testeten, markierte der Sensor der Maschine zwei von fünf Bomben. Der Hund hingegen fand alle fünf.

Den Hund hinter der Nase ausbilden

Das Geruchstraining, erklärt Officer Paul Bryant, Cheftrainer der Hundeeinheit, beginnt mit weißen Handtüchern. Der Hundeführer und der Hund spielen mit dem Handtuch. Dann versteckt der Hundeführer das Handtuch, damit der Hund es finden kann. Schließlich wird das Handtuch mit Schwarzpulver bestreut - zum Sprengstofftraining - oder um Beutel mit Marihuana gewickelt - zum Aufspüren von Drogen. Die Trainer, die über die Lizenz der Drug Enforcement Agency (DEA) verfügen, setzen stärkere Medikamente - Kokain, Crack, Heroin und Methamphetamin - in geschlossenen Behältern ein. Wenn der Hund den Geruch von beispielsweise Heroin wahrnimmt, ist er aufgeregt.

"Sie haben gerade seinen Geruchssinn mit Heroin geprägt", erklärt Bryant. Vor ein paar Jahren war Bryants Hund Azeem, ein langhaariger schwarzbrauner Schäferhund mit starken deutschen Linien, Philadelphias erster Hund, der darauf trainiert wurde, Leichen zu finden. Er gehört zu einer landesweit exklusiven Gruppe, die sich auf diesen Job spezialisiert hat. Diese Hunde können 6 Monate altes Gewebe, seit 2 Jahren vergrabene Knochen und unter Wasser befindliche Körperteile aufspüren.

Bryant über die Arbeit mit Azeem: "Ich mache es für den Abschluss. Wenn ich einer Familie helfen kann, sich von jemandem zu verabschieden, wenn ich das für eine Familie tun kann ...", hört er auf. Ja, er gibt zu, es ist grausam. Aber die Auszahlung lohnt sich.

Die Hunde hingegen verstehen die Art ihrer Suche nicht. Vielmehr genießen sie ihre olfaktorische Mission, als wäre es ein Spiel. Und in gewissem Sinne ist es das auch. Aufgrund der mächtigen Nasen und des unerschütterlichen Gehorsams der Hunde gewinnt eine Spielgesellschaft.